Zuhause

Zuhause in Leipzig

Zuhause in Leipzig und wo noch?
Gibt es nicht auch noch ein Auschde
Mit Troggebegge und Zimmerloch?

Gibt es nicht auch Hügel
Und Wein und ihm zu Ehr’ ein Fest?
Und ein paar Blümchen, große und kleine
Und Terrasse mit Sonne und Busch und Vogelnest?

Vielleicht auch am Sonntag die Kirche
Den Kuchen der Schwester
Und der andern Skypegespräche
Manches über die Grünen-Geläster
Und in Straubing einen Spatenstich?

Ist nicht alles normal und gut und richtig
Wenn in der Ferne die Autobahn rauscht?
Wenn gebaut, geschafft und beeilt wird
Und beim Karate trifft die Faust auf Faust?

Am Morgen scheint immer die Sonne
Und deshalb wirst du draußen sitzen
Ihr Licht im Gesicht
Und Müsli essen, noch ohne zu schwitzen.

Am Morgen läuft auch Mamas Waschmaschine
Und das Wellensittich-Gezeter.
Aber meistens sind sie friedlich
Mama verabschiedet sich zum Einkaufen
bis später.

Backbücher im Eckschrank
Orchideenpracht wohin du schaust
Fotos an der Wand von immer
Doch, das ist Beständigkeit
Auf die du baust.

Und Leipzig!
Gib es zu, du hast die gesucht
Die andre Welt jenseits der heilen
Voll von Kippen, Hundekot und Straßenbahnflucht
Und dich nachts durch den Park noch beeilen.

Ohne Bäume auch weniger hübsch
Und ohne Berge auch alles ganz schön flach
Allen Leute erzählst du deine Sehnsucht
Und bist doch ganz schön dankbar danach.

Hoppeln beim Bayrischen Bahnhof
Bremsen auf der Karli am Baustellenbrunnen
Schimpfen “Die Kälte ist so doof!”
Auf dem Weg nach Hause summen.

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