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Und wenn du glücklich bist

Und wenn du glücklich bist, dann fragst du eigentlich nichts.
Und wenn du glücklich bist, dann bist du es noch nicht einmal.
Es ist keine Aufregung, keine Sucht
Keine Gedränge und keine Suche.
Es ist und es ist
So wie du bist und bist.

#30: Beschreibe deinen Tag in vier Szenen

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Übung von Lynda Barry.

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Dies ist die letzte Übung von Aniko Villalbas Challenge “30díasdeescribirme“. Danke an alle fürs Folgen. Ich freue mich über eure Kommentare. Die Einträge werde ich voraussichtlich nächste Woche alle auf dem Blog gesondert speichern. Denn: Ich brauche Platz! Diese Challenge hat mich dazu inspiriert, das regelmäßig Schreiben und Hochladen fortzuführen. Ich habe dazu auch schon ein Thema gefunden und die ersten beiden Einträge stehen schon. Lasst euch überraschen :).

 

#29: Schreibe einen Absatz aus deinem zukünftigen Buch

Totales “Work in Progress”. ;) Aber der erste Schritt zur Veröffentlichung ist hiermit getan. ;)

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Wie so oft verlief sich auch diese Probe in Wohlgefallen, nachdem Matthias den letzten Zähler abgewunken hatte. Leticia hatte sich gefühlt wie immer, wenn sie seit Angelas Tod unter Leute gekommen war, aber nicht ganz so schlimm. Die meisten der Chormitglieder vermieden es, mit ihr zu sprechen; dafür hatte sie extra schwarze Kleidung ausgewählt, auch wenn sie davon im Allgemeinen nichts hielt. Die beiden Kolleginnen in ihrer Singstimme umarmten sie, sie waren auch bei der Beerdigung dabei gewesen. Alles in allem tat es aber unendlich gut, zu singen. Sie spürte wie sich zeitgleich mit ihrem Brustkorb auch ihre Seele öffnete. Die Harmonien schwebten in der Luft und waren für alle im Raum zugänglich; gleichzeitig war der Probenraum erfüllt von Intimität. Sie spürte, wie sie sich selbst ein Stück weit vergessen konnte in diesem Singen und gab sich dem Quellen der Töne hin. Sie verabschiedete sich schnell an diesem Abend und fuhr jedoch irgendwo in den Tiefen des Bewusstseins beruhigt und mit etwas leichterem Herzen nach Hause.

Es war eine dieser Novembernächte, die in diesem Teil von Deutschland schon um halb vier nachmittags begannen, sich nach vier Wochen ins Herz einnisteten, und erst irgendwann im März oder im April wieder von Amseln, Apfelblüten und Pollengeruch verscheucht wurden. Der Graupel prasselte auf die Windschutzscheibe, der Wagen rollte knisternd über das ausgestreute Rollsplit der Landstraße; und ein Radioredakteur hatte sich tatsächlich erdreistet, zu einer Uhrzeit wie dieser in einer Nacht wie dieser “Purple rain” ins Programm zu setzen. Leticia hatte früher die Dreistigkeit besessen, der Musikauswahl beim Autofahren bisweilen mehr Aufmerksamkeit zu schenken als der Straße, das tat sie seit ihre Kinder auf der Welt waren nicht mehr. Sie hatte in ihren Verhaltenskodex einprogrammiert: aushalten.

 

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Text inspiriert von: https://www.escribir.me/dia-29-escribi-un-parrafo-de-tu-futuro-libro/

#27: Schreibe über die Geschichte der Kleidungsstücke, die du trägst.

Wann ich diese Leggins gekauft habe, weiß ich nicht mehr. Ich trage sie diese Woche zum ersten Mal seit Langem wieder. Da es draußen regnet und die Temperatur niedriger als sonst ist, trage ich sie zum Rock. Den habe ich vor zwei Jahren vor Weihnachten gekauft. Ich studierte damals noch und hatte mir im vorhergehenden Jahr keine neue Kleidung gekauft. Kurz vor Weihnachten, wenn ein schöner Spaziergang wegen der Kälte auch darin besteht, sich zwischen den bunten Kleidungsstücken der Kleidungsgeschäfte zu verlieren, kaufe ich mir oft neue Kleidung, um sie am Weihnachtsfest mit meiner Familie zu tragen. So kam dieser schlichte, schwarze Stoffrock in mein Leben.
Das Top, das ich heute trage, ist von diesem Jahr. Es ist dunkelblaue und trägt einen weiß-rosafarbenen Druck in Form von Blättern. Ich trage es, als besäße ich es schon eine Ewigkeit. Obwohl ich es erst dieses Jahr gekauft habe, ist es schon ein wenig ausgeleiert. Darüber trage ich eine hell-rosafarbene Strickjacke, die kein Etikett mehr trägt. Ich habe sie von meiner Schwester bekommen, die sie wiederum von ihrer Freundin bekommen hatte. Am linken Ärmel auf Schulterhöhe finden sich schon ein paar kleinere Bleichflecken, ansonsten ist sie makellos; vielleicht doch ein bisschen ausgebleicht in ihrer Farbe. Und doch – ihre Farbe ist es, die ich am liebsten mag. Es ist ein helles Rosa, mit ein wenig Gelb-Anteil; alles in allem würde ich die Farbe als „Erdbeereis“ bezeichnen.

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Dieser Beitrag reagiert auf den Post von Aniko Villalba in ihrem Blog “30diasdeescribirme”. Das hier ist der Link: https://www.escribir.me/dia-26-escribi-acerca-de-la-ropa-que-estas-usando-ahora-mismo-como-cada-prenda-llego-a-tu-vida/

#23: Wo bist du wie deine Mutter?

Ich bestehe darauf, dass die Küche sauber bleibt. Keine Krümel auf dem Fußboden. Alle Flächen abgewischt. Ich ritualisiere das Wäsche Waschen. Es entspannt mich, die Waschmaschine laufen zu hören. Ich lege die Wäsche zusammen und trage sie prozessionsartig in das Zimmer, wo ich sie im Schrank verstaue. Ich höre meinen Lieblingssänger rauf und runter.

##22: Schreibe den inneren Monolog, der immer dann abläuft, wenn du dich zum Schreiben hinsetzst.

Und jetzt soll ich wieder schreiben. Naja, Lust habe ich schon, aber ich bin so müde. Erstmal ein bisschen entspannen und auf FB rumgurken. Da finde ich ja auch immer wieder interessante Ideen und Inspiration für neue Projekte. Ja, es macht Spaß, sich so in den Informationen treiben zu lassen… naja, aber wenn du dich treiben lässt, dann wirst du nichts schreiben. Du weißt, dass alles, was du tust, sich selbst verstärkt, und jeder länger du dich treiben lässt, desto tiefer sinken die Chancen, dass du dich heute Abend noch hinsetzst, um zu schreiben. Und der Computer ist so umständlich: Du musst ihn holen, ihn einstecken; dann das Schreibprogramm öffnen. Warum nicht lieber Musik hören? Das inspiriert dich vielleicht auch! Und dieses Video hier auf FB ist sicherlich super interessant, und auf der Seite dieser Diskussionsgruppe finden sich auch immer viele nützliche Informationen. Und um da nichts zu verpassen, solltest du jetzt eigentlich dein Notizbuch rausholen und dir Notizen machen; aber das ist so mühselig, dafür müsstest du jetzt ersteinmal aufstehen. Lieber schau ich mir das Video in Ruhe an und entspanne ein bisschen. Und schreiben wollte ich ja auch noch. Hm. Also, dieses Video ist wirklich interessant. Wird ja niemanden jucken, ob ich heute noch etwas hochlade oder nicht. Und überhaupt, wer sagt denn, dass das gut ist, was du schreibst? Und warum machst du das überhaupt, so ohne Ziel und ohne festen Rahmen? Also, dieses jeden-Tag-ein-bisschen-was-hochladen, wo soll das hinführen? Das ist doch albern, entspann dich lieber ein bisschen und schau dir das Video an…
Huch, ich bin eingeschlafen. Schreiben stellt zufrieden. Jetzt also doch. Los geht’s.

#21: Beschreibe deine Wurzeln.

  • das Spielen im Freien; am Bach, hintern Haus, auf dem Baumplatz am Weinberg, auf dem Apfelbaum im Abendlicht.
  • deine Großeltern; das Essen deiner Oma: selbstgemachte Maultaschen, Fasetkiechle, Fleischkiechle, Gelberübeneintopf, Kartoffelkuchen, Griesdäpperle, Suppen, Kartoffelsalat. Opa schlachtet die Hasen selbst im Hof. Opas Tiere: Katzen, Schweine, Hasen, und alle ihre Nachkommen. Geschichten vom Krieg. Oma geht ihr Leben lang in den Kirchenchor; genießt die Gemeinschaft. Schwäbisch.
  • das Haus deiner Eltern und dein Zimmer darin. Keine Angst vor Spinnen und Insekten haben und deshalb in den Keller ziehen dürfen. Eis aus den Gefrierfach holen, wann immer mir danach ist. Manchmals nachts große schwarze Spinnen im Flur und doch ein bisschen Angst haben. Musik hören, mit den Freundinnen quatschen, Computer spielen. Weiter Weg zur Toilette. Im Garten des Hauses: die Schaukel, Erdbeeren, Blutpflaumen, die Trauerweide, der Sauerkirschenbaum, auf der Straße vor dem Haus: Volley-, Feder-, Basket-, Völkerball spielen. Die Möbel des Zimmers umstellen, wenn sich etwas ändert.
  • das Tal: Gute Busverbindung; viele Berge, deshalb ist Fahrradfahren immer anstrengend und überall Weinberge. Und wo doch keine Weinberge: da Streuobstwiesen.

LoewensteinerBerge

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Schaut euch die Quelle der Inspiration hier an: https://www.escribir.me/tag/30-dias-de-escribirme/

#20: Beschreibe einen Ort, den du liebst.

Ich liebe es, an meinem Schreibtisch zu sitzen – mit Blick auf meine Schreib-Bücher und die spirituelle Literatur. Ich liebe es, hier zu sitzen und die Schreibtischlampe anzumachen, wenn es draußen dunkler wird. Die Filzstifte liegen hier verstreut zwischen Postkarten, dem Notizbuch und unter dem Tablett. In einer Holzschachtel stapeln sich Origamipapier und Origamikraniche und Origamiseerosen. Unten drunter liegt ein Briefumschlag, die Bücher sind nach rechts gekippt, eines heißt „Lateinamerikanische Literaturgeschichte“, das andere „Diccionario Clave“, das nächste „Mut“, das nächste „Unter Freundinnen“. Das Buchenholz der Tischplatte fühlt sich warm und weich unter meinen Armen an, der Lüftungsventilator des Computers surrt leise. Alle fünfzehn Minuten rattert der Drucker. Das Fenster ist offen und draußen knattert ein Motorrad über das Kopfsteinpflaster. Postkarten hängen am Schrank zu meiner Rechten – aus Norwegen, Italien und zwei mit ermutigenden Sprüchen: „Träume sind zum Jagen da“ und so. Klebestift, Tackerzangenentferner, Washi-Tape, Locher, Brief ans Finanzamt, die Hofmühl-Maß, in der Organgensaft war; mehr Origiami-Kraniche und der Kopfhörer, der mich schon so lange begleitet. Und der Schreibtischstuhl knarzt so schön, wenn ich mich umdrehe, oder auch nur ein bisschen zur Seite wackele. Die USB-Maus fährt hier auch irgendwo rum, die Ohrringe, die ich zum Schreiben abnehme, die Bastelschere, die Speicherkarten, der Glasuntersetzer, das ausgeschnittene Kalenderblatt…
Es wuselt hier auf meinem Schreibtisch, wie in meinem Kopf.

 

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Dies ist mein Eintrag zu Tag 20 dieser Challenge: https://www.escribir.me/dia-20-escribi-acerca-de-un-lugar-que-amas/

#19: Beschreibe fünf Morgenrituale

  1. Sie wacht auf und schaut nach, was sie gerade gedacht hat. Sie denkt über ihre Träume nach und überlegt, was an diesem Tag ansteht.
  2. Sie steht auf, zieht den Vorhang auf und öffnet das Fenster. Tief saugt sie die Morgenluft ein und schaut nach links – ins Stadtzentrum, wo das City-Hochhaus blinkt – und nach rechts, in die südöstlichen Franzen der Stadt. Der nächste Weg führt die Füße in die Küche und die Finger auf den Anknopf des Radios. Deutschlandfunk, bitte.
  3. Sie geht ins Bad, wäscht sich das Gesicht und kommt ins Zimmer zurück. Jetzt beginnt sie mit der Schultergymnastik, von der Ärztin empfohlen. Ununterbrochen seit einer Woche rollt, streckt und dehnt sie ihre Schultern nun schon nach dem Aufstehen. Besser fühlen die Schultern sich jetzt an, und stabiler. Deutschland funkt von Kriegen in Afghanistan, Abschiebungen und dem Wetter.
  4. Es folgt der Blick ins Handy – was ist los auf der Welt? Brasilianische und mexikanische Freunde posten schöne Artikel zu Literatur oder zum Erfolg von NGOs. Interessante Leute aus Deutschland aktualisieren ihre Blogs und wehren sich gegen Vorwürfe. Journalistengenossenschaften veröffentlichen Reportagen, für die sie ein Jahr lang durch China gereist sind. Und nun zur Presseschau.
  5. In der Küche kocht sie Tee und bereit sich (und dem Herzensmenschen, wenn er da ist) das Frühstück zu. Meistens ist das mindestens ein Honigbrot, weitere Marmeladenbrote + vielleicht ein Spiegelei; auf jeden Fall Obst. Und damit endet die Presseschau. Die Redaktion hatte…

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Dieser Post entstand auf Anregung von Aniko Villalba hier.

#17: Schreib über etwas, das du nicht gerne tust.

Ich mag es nicht, Horrorfilme zu schauen oder blutige Geschichten zu lesen. Wenn ich die DVDs aus dem Supermarkt nur von Weitem sehe; wenn ich ein Buchl in der Hand halte, das Blutstropfen auf dem Cover hat; wenn ich den Trailer eines Horrorfilms sehe – da läuft es mir eiskalt den Rücken runter, ich spüre, wie in meinem Bruskorb ein Knoten zu Fußballgröße anwächst. Ich entferne mich und den betreffenden Gegenstand dann möglichst weit weg voneinander – und schaue Dinge, die mich in gute Stimmung versetzen, die eine lebensbejahende Botschaft haben, und – vor allem – von denen ich mir sicher sein kann, dass ich mich ihretwegen nicht schämen, ängstigen oder fürchten muss.

Ich habe einmal einen Horrorfilm gesehen, der in der Londoner U-Bahn gespielt hat. Irgendein Killer war da unterwegs und hat arme Frauen getötet. Natürlich war der Anfang des Films wesentlich spannender als sein Ende – das war wieder sehr an den Haaren herbeigezogen und gekünstelt, in meinen Augen (der Killer hatte ein unterirdisches Labor).

Was mich den ganzen Film über gestört hat, war, dass ich mich permanent in Hab-Acht-Stellung begeben musste, weil ich ja damit rechnen musste, mich jede Sekunde zu erschrecken. Meine Argumentation gegen Horrorfilme ist deswegen diese: Wenn ich weiß, dass ich mich fürchten werde; und wenn ich weiß, dass Furcht oder Angst ein Gefühle sind, die ich gerne vermeiden möchte bzw. bei denen ich mich nicht gut fühle, wenn ich mich fühle – dann kann ich es doch gleich sein lassen, solche Filme und Bücher zu konsumieren. Denn ich möchte keine Angst spüren, wenn es nicht sein muss.

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Dieser Post ist Teil des Projekts “30diasdeescribirme” von Aniko Villalba.